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Norwegens Lachse

Norwegen ist ein Paradies für diejenigen, die vorhaben Lachse und Meerforellen zu angeln, gibt es doch insgesamt über 600 Flüsse, in denen es möglich ist, diesen Salmoniden erfolgreich nachzustellen. Die riesige Zahl muss allerdings relativiert werden, denn es gibt unter den Gewässern doch einige, in denen nur geringe Aufstiege zu verzeichnen sind, welche überdies oft in nur wenigen Wochen oder Tagen der Saison erfolgen. Oftmals sind es dann Einheimische, welche die Gunst der Stunde nutzen und zu ihren Fängen kommen. Desweiteren gibt es ein paar sehr gute und berühmte Flüsse, in denen die Fangaussichten exzellent sind. Oft aber sind Lizenzen für diese Strecken alles andere als gering! So ist es z.B. möglich, im Monat Juli eine private Strecke an der Gaula oder Orkla für einen Preis von 2000 Euro pro Woche anzumieten und auf eine erfolgreiche Fischerei zu hoffen. Aber nicht jeder kann sich das leisten!

Ich selber fische seit 1988 regelmäßig in Norwegen Lachse und Meerforellen. Ich habe während dieser Jahre viele Flüsse besucht und in einigen geangelt, manchmal mit gutem, aber auch mit geringem Erfolg. Im Jahre 2005 erschien mein Buch „Lachse und Meerforellen in Norwegen“ in 2. Auflage. Ich beschreibe 65 Lachsflüsse vom Süden Norwegens bis in den hohen Norden hinauf. Unter diesen befinden sich die berühmtesten Gewässer des Landes, wie der Alta, der Lærdalselva, der Målselv und der Årøy. Es ist schön sich solche Flüsse anzuschauen und Angler zu beobachten, die in der glücklichen Lage sind, sich für eine der ausgewiesenen Strecken eine Angelberechtigung zu kaufen. An dem „Märchen-Fluss“ Årøy ist es unmöglich eine Lizenz zu erwerben, es sei denn, man ist mit dem Pächter befreundet. Ich habe mich daher besonders an Gewässern orientiert, an denen die Tickets günstig sind, aber dennoch Aussicht auf Erfolg besteht.

Norwegen, ein Paradies!


Die folgende „Rangliste“ soll genau diesen Tatbestand erläutern: wo gibt es die besten Strecken, die auch meinem Reisebudget entsprechen?

Noch ein paar Anmerkungen zur Rangliste:
Bei der Auswahl eines Flusses gilt es selbstverständlich zu beachten, dass für das Erreichen von Gewässern im Norden weit mehr Kilometer absolviert werden müssen, als bei Flüssen im südlichen Norwegen. Außerdem sind Übernachtungsmöglichkeiten im Norden 20 – 40% teurer als im Süden. Jeder Fluss, der über Großlachsbestände verfügt, kostet in der Regel mehr als ein Fluss mit überwiegend Kleinlachs- und Meerforellenbestand. Es gibt an manchen Flüssen Preisunterschiede während der Saison. Die besten Fangaussichten gibt es - abgesehen von ein paar Ausnahmen - während der Monate Juli und August.Der Erfolg beim Lachsangeln hängt oft von den Niederschlagsmengen ab. Dieser Umstand ist leider kaum berechenbar, im Trondheimer Raum fiel allerdings in den vergangenen 7 Jahren während der letzten Juniwoche und der ersten beiden Juliwochen sehr wenig Niederschlag. Während solcher Zeiten kann das Angeln, vor allem in kleineren Gewässern, schwierig sein, wenn die Schneeschmelze bereits abgeschlossen ist.In manchen preiswerten Flüssen gibt es ein paar Stellen (Beats), die überdurchschnittlich hohe Fangzahlen ergeben, dann aber oft 3 bis 4 mal so viel kosten wie der Rest des Flusses.Das Verhältnis der Länge des lachsführenden Teils eines Flusses zu der durchschnittlichen Fangmenge pro Saison ist ein wichtiger Fakt.Mancher Leser wird seinen Lieblingsfluss in der Aufstellung vermissen. Mein eigener Favorit hat es allerdings ebenfalls nicht geschafft, die Kriterien für eine Aufnahme in diese Top 10 zu erfüllen.


Lachs 10,2 kg


So folgt nun meine Rangliste von 10 – 1, in die alle diese Überlegungen eingegangen sind:

No. 10: Der Reisaelva (Bezirk: Troms)
Neben dem Målselv, dem absoluten Star in Troms, gibt es mit dem Reisaelva einen weiteren höchst interessanten Fluss mit anadromem Lachsbestand. Es sind nicht die Lachse selbst, die hier Aufsehen erregen, obwohl pro Saison immer über 1 Tonne dieser Fischart mit der Angel gelandet wird, sondern vielmehr Wandersaiblinge und Meerforellen, die in enormen Stückzahlen aufsteigen. Im Jahr 2002 belegte der Reisaelva Platz 1 in bezug auf gefangene Wandersaiblinge in ganz Norwegen (1169 kg), in der Sparte „Meerforellen und Wandersaiblinge“ war es mit 2276 kg immerhin noch Rang 7 im gesamten Land.
Saison: 15.06. – 31.08.
Fangergebnis 2004:
1101 Lachse (3,4 kg), 1611 kg Meerforellen und Saiblinge (0,8 kg). Hinzu kamen 47 Großlachse (392 kg), an denen „catch & release“ praktiziert wurde.
Strecken/Gerät: Im Fjordbereich Schlepp- und Harlingfischerei (Fliege und Blinker), in den oberen Regionen auch gutes Fliegenfischen mit der Ein- und Zweihandrute. Beim Fang von Meerforellen und Saiblingen werden überdurchschnittlich viele Fische mit kleinen Shrimp-flies überlistet.
Übernachtungsmöglichkeiten und Angelscheine: günstige Angelkarten mit einem Tagespreis zwischen 50 und 100 NOK. Übernachtungen kosten auf den Campingplätzen 350 – 450 NOK pro Tag und Hütte.
Anbieter: Storslett Camping, Tel: 77 76 50 24

Begründung der Bewertung: ein gutes Gewässer, jedoch muss bei der Lage nördlich des Polarkreises eine recht lange Anreise in Kauf genommen werden. Die Fangergebnisse sind vor allem ab Mitte Juli gut - allerdings verteilen sich die Fänge auf eine Strecke von 90 km.


No. 9: Der Verdalselva (Bezirk: Nord-Trøndelag)
Die beiden Flüsse Inna und Helgåa vereinen sich östlich der Ortschaft Vuku und bilden ab dort den Verdalselva, der bei Verdalsøra in den Trondheimsfjord mündet. Insgesamt gibt es 45 km Lachsgewässer. Der Verdalselva ist in 45 Zonen eingeteilt, 30 davon werden vom „Verdal Jeger og Fiskeforening“ verwaltet, neben den Strecken privater Anbieter, die in Verbindung mit Hüttenanlagen perfekte Voraussetzungen für einen gelungenen Familienurlaub bieten.
Saison: 1.06. – 31.08.
Fangergebnis 2005:
2963 kg Lachse (4,6 kg) und 191 kg Meerforellen (1,3 kg). Der größte Lachs 2005 wog 17,8 kg, und die schwerste Meerforelle brachte 5,4 kg auf die Waage.
Strecken/Gerät: die besten Möglichkeiten bieten sich im Verdalselva selber bis hinauf zum Wasserfall Vukufossen. Es gibt gute, langgestreckte Pools für Fliegenfischer. Eigentlich ist eine Rute von 9 Fuß an den meisten Stellen ausreichend, oftmals werden aber auch kürzere Zweihandruten zwischen 11 und 13 Fuß benutzt. Zu Beginn der Saison teilen sich Fliegen- und Spinnfischer die - zu dieser Zeit oft schwergewichtigen - Fänge. Wie an allen größeren Flüssen in Norwegen kommen zu dieser Zeit beim Fliegenfischen Intermediate- oder Sinkschnüre zum Einsatz.
Übernachtungsmöglichkeiten und Angelscheine: eine Tageskarte liegt bei etwa 150 NOK pro Tag, eine Hütte für 4 Personen kostet im Schnitt 400 NOK/Tag.
Anbieter: Østnes Camping, Tel: 74 07 07 32
Elverum vestre, Tel: 74 07 07 93

Begründung der Bewertung
Am Verdalselva ist es möglich schon ab Anfang Juni mit einem Großlachs in Kontakt zu kommen – und das bei moderaten Preisen! Die Länge des Gewässers erfordert allerdings auch eine gewisse Kenntnis der Strecken. Wer es sich leisten möchte einen Guide zu buchen, wird keine Schwierigkeit haben, einen solchen auf seiner Hüttenanlage vermittelt zu bekommen.


No. 8: Die Kvina (Bezirk: Vest-Agder)
Ein beachtenswerter Lachsfluss im Süden Norwegen! Auch hier war ein Kalkungsprojekt der Start in eine neue Epoche, und seit der Jahrtausendwende bescherte dieses Gewässer den Anglern 1000 - 1800 kg Lachse pro Saison, mit einem Durchschnitt von ca. 3,0 kg. Hinzu kommen etwa 300 kg Meerforellen. Möglich ist das Angeln auf diese Salmoniden vom Fjord bis zum Rafossen und beinhaltet eine Strecke von 15 km.
Saison: 1.06. – 15.09.
Fangergebnis 2005:
2100 kg Lachse (2,8 kg), 180 kg Meerforellen (1,0 kg).
Strecken/Gerät: obwohl an der Kvina das Wurmangeln an erster Stelle steht, gibt es an diesem kleinen Gewässer gute Möglichkeiten zum Fliegenfischen! Das Gewässer ist in 3 Zonen unterteilt, und es finden sich vielversprechende Stromschnellen und kleine Wasserfälle mit guten Kehrwassern in den Zonen 2 und 3. Eine Einhandrute von 9 Fuß ist hier überall die richtige Wahl. Zone 1 (vom Fjord bis Brunesgrunnen) bietet überdies die Möglichkeit, klassische Harling-Fischerei auszuüben. Boote können auf den Campinganlagen gemietet werden.
Übernachtungmöglichkeiten und Angelscheine: Angelscheine an der Kvina sind recht preiswert und so zahlt man für eine Tageskarte 100 NOK. Die Wochenkarte liegt bei 300 NOK und für Saisonkarten werden 600 NOK berechnet.
Anbieter: Svindland Camping, Tel: 38 35 23 80
Utsikten Turisthotel, Tel: 38 35 88 00
Angelscheinbuchung vor allem über das Internet unter: www.kvina-laksefiske.com

Begründung der Bewertung
Auch aufgrund seiner geographischen Lage ist dieser gute Fluss ein lohnenswertes Reiseziel. Die Fangzahlen sind ordentlich und werden sich während der nächsten Jahre stetig verbessern. Sicherlich ein Gewässer, das man beim zweiten oder dritten Besuch immer mehr zu schätzen lernt!


No. 7: Der Årgårdselva (Bezirk: Nord-Trøndelag)
Für viele Angler ist der Årgård Trøndelags bester Kleinlachsfluss, denn auf der relativ kurzen Strecke von 12 km werden pro Saison 2000 – 3000 kg dieser Salmoniden geangelt, hinzu kommen wenige Meerforellen. Der Fluss mündet bei Sjøåsen in den Namsenfjord und ist besonders beliebt bei Fliegenfischern, da die Möglichkeiten für diese Art des Fischens geradezu perfekt sind. Für Angler, die sich erst kurz mit dem Fliegenfischen befassen, oder das Lachs-angeln mit der Fliege beginnen möchten, ist der Årgård genau richtig!
Saison: 1.06. – 31.08.
Strecken/Gerät:
bis auf wenige Ausnahmen ist am Årgård ausschließlich das Fliegenfischen erlaubt. Für das Gewässer eignen sich Einhandruten der Klassen 6 – 8. Wichtig ist es mit feinen Vorfächern zu fischen, denn obwohl pro Saison immer wieder ein paar Fische die 6-Kilo-Marke kitzeln, wiegen Lachse im Durchschnitt eher 1,5 kg.
Übernachtungmöglichkeiten und Angelscheine: an diesem Fluss sind fast ausschließlich Angelberechtigungen mit dem Mieten einer Hütte oder eines Hotelzimmers verknüpft.
Anbieter: Mølnåa Hytter, Tel: 74 27 87 33 Übernachtung inkl. Angelschein auf Anfrage.
Holmset Gård Camping, Tel: 74 27 87 26, Hütten inkl. Angelschein zwischen 300 und 500 NOK pro Tag.

Begründung der Bewertung
Hier ist es einfach, mit etwas Einsatz seinen ersten Lachs zu fangen. Fortgeschrittene freuen sich auf die Möglichkeit, das Bag Limit (5 Fische) bei optimalen Wetterbedingungen ab Mitte Juli tatsächlich zu erreichen. Bei solchen Verhältnissen herrscht allerdings auch gelegentlich Andrang, zudem sollten Buchungen bereits früh im Jahr erfolgen.


No. 6: Die Driva (Bezirk: Møre og Romsdal)
Die Driva entspringt im Dovrefjell etwa 20 km südlich von Oppdal und mündet bei Sunndalsøra in den Sunndalsfjord. Lachse und Meerforellen führt dieser Fluss auf einer Strecke von ca. 75 km. Mitte der 70er Jahre kam es an der Driva zur Infektion mit dem Lachsparasiten Gyrodactylus Salaris und das Lachsangeln war für viele Jahre verboten. Das Fehlen der stärkeren Artgenossen bot den Meerforellen während dieser Zeit die Möglichkeit, das Gewässer in „Besitz“ zu nehmen und sie wuchsen jetzt zu beachtlichen Größen heran.
Fische um 4 kg (norwegisch „Kludde“) wurden recht häufig und Rekordforellen von 7 - 9 kg sind nicht ungewöhnlich! Mittlerweile darf wieder auf Lachse geangelt werden, denn die Bestände haben sich gut erholt.
Fangergebnis 2004: 2864 kg Lachse (2,6 kg) und 2598 kg Meerforellen (2,0 kg).
Saison: 1.06. – 30.08., oberhalb der Romfo Brücke verlängerte Saison bis zum 15.09.
Strecken/Gerät:
an diesem oft mächtigen Gewässer ist starkes Material erforderlich. Der „Sunndal Jeger og Fiskeforening“ verwaltet einen Großteil der Strecken, die „fly only“ ausgelegt sind. Hier wird hauptsächlich nachts mit Zweihandruten von 12 – 15 Fuß und Intermediate Leinen gefischt. Aufgrund der Größe der Driva herrscht ein hoher Wasserdruck. Beim Haken eines großen Lachses oder einer der erwähnten Großforellen bleibt nach dem Verlust des Fisches oft lediglich die Erkenntnis, noch viel lernen zu müssen (so, wie mir!). Aber auch das ist wichtig!
Übernachtungsmöglichkeiten und Angelscheine: die Strecken des SJF kosten 250 NOK pro Tag. Auf den Hüttenanlagen gibt es günstigere Tickets bei Buchung der Hütten.
Anbieter: Gjøra Camping, Tel: 71 69 41 49 Internet: www.nisja.no
Granmo Camping, Tel: 72 42 41 47 (gute Strecken zum Ende der Saison!).

Begründung der Bewertung
Seit die Fangzahlen für Lachse wieder stetig besser werden, ist die Driva auf einem guten Weg, an seine Reputation früherer Jahre anzuknüpfen. Die guten Ergebnisse sollten einen Neuling an diesem Gewässer jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine ordentliche Portion Erfahrung notwendig ist, um Erfolge zu feiern. Der Preis für die Strecken ist allerdings – bei den möglichen Fischen – durchaus günstig!


No. 5: Der Beiar (Bezirk: Nordland)
Im Jahre 1994 wurde an diesem Gewässersystem eine Behandlung mit dem Pflanzengift Rotenon durchgeführt, denn der Beiar war bereits seit 1981 mit dem Lachsparasiten Gyrodactylus Salaris infiziert. Aufgrund vorheriger Entnahme von vielen Stammfischen, deren Nachkommen in einer modernen Fischzuchtanlage aufgezogen wurden, konnte der ursprüngliche Lachsstamm gesichert werden und die Anzahl aufsteigender Fische vergrößerte sich kontinuierlich. Leider wanderte der Parasit im Jahr 2000 erneut ein! Dennoch darf am Beiar weiterhin auf Lachse geangelt werden, da die Aufstiege stabil blieben. Allerdings gibt es einige Sonderregeln, auf deren Einhaltung strikt geachtet wird. So muss jegliches Angelgerät vor dem Angeln desinfiziert werden und diese Maßnahme wird natürlich auch bei der Abreise fällig
Weiterhin gibt es eine Fangbegrenzung von 2 Wildlachsen pro Tag. Pro Woche dürfen maximal 3, und auf die gesamte Saison gesehen 5 Lachse entnommen werden. Das Fanglimit bei Meerforellen und Wandersaiblingen liegt bei 10 Fischen pro Tag.
Momentan liegen die Fangergebnisse stets um 6 Tonnen der 3 anadromen Fischarten.
Saison (2005): 15.06. – 14.09.
Fangergebnis 2005:
3164 kg Lachse (4,5 kg), 2562 kg Meerforellen (1,4 kg), 54 kg Wandersaiblinge (1,2 kg).
Strecken/Gerät: Für Fliegenfischer sind die unteren, von den Gezeiten beeinflussten Strecken, weiniger interessant. Im weiteren Verlauf des Beiar gibt es allerdings vielfältige Möglichkeiten seiner Passion nachzugehen. Insgesamt sind 25 Angelzonen ausgewiesen, von denen die kürzeste lediglich 250 m umfasst und die längste 4,9 km. Die Strömungsverhältnisse sind moderat und erfordern, bei
erschiedener Beschaffenheit der Ufer, unterschiedliche Voraussetzungen beim Angler. Es werden größtenteils Zweihandruten zwischen 11 und 14 Fuß gefischt, obere Regionen bieten allerdings auch gute Möglichkeiten zum Einsatz einer Einhandrute von 9 – 10 Fuß.
Um einen genauen Überblick über den Fluss zu geben, haben Geir Kvæl und Knut Olsen eine ausgezeichnete Internet-Homepage erstellt. Hier sind alle Strecken abgebildet und es werden weiterführende Infos (auch zu Übernachtungen) gegeben: www.beiarelva.no
Übernachtungsmöglichkeiten und Angelscheine: es gibt eine Vielzahl von guten Gasthäusern und Campingplätzen, auf denen auch Angelscheine verkauft werden. Der Preis für eine Übernachtung liegt bei 350 – 450 NOK/Tag.
Anbieter: Frantsen Gjestgiveri, Tel: 75 56 96 24
Beiarn Turistsenter, Tel: 75 56 88 80

Begründung der Bewertung: Trotz der geographischen Lage 600 km nördlich von Trondheim, lohnt es sich durchaus, eine Angelzeit am Beiar ins Auge zu fassen! An diesem mittelgroßen Gewässer findet man eigentlich immer ansprechende Wasserstände vor. Vor allem Angler, die es schätzen, ein Gewässer wandernd zu erkunden, bieten die ca. 54 km Lachsstrecken ideale Voraussetzungen. Der Hauptaufstieg der Meerforellen beginnt meist Ende Juli und während dieser Zeit stehen täglich regelmäßig 30 – 50 Fische in der Fangliste. Die beste Fangzeit für Lachse erstreckt sich von Mitte Juni bis Ende Juli. Die Preise für eine Tageskarte liegen mit 150 – 350 NOK in einem fairen Rahmen.


No. 4 Der Stordalselva (Bezirk: Sør-Trøndelag)Der Stordalselva ist der Star auf Fosen und einer der besten norwegischen Kleinlachsflüsse überhaupt. Regelmäßig befindet sich das Gewässer mit 7 bis 10 t gefangenem Lachs (ca. 2,0 kg) pro Jahr unter den Top-Ten im gesamten Land, berühmt ist vor allem der Wasserfall Støvelfossen 900 m oberhalb des Fjordes. Unterteilt ist der Fluss in den Nedre Stordalselva, einer Strecke von ca. 1,5 km, die am See Stordalsvatnet endet und dem oberen Teil des Flusses, dem Øvre Stordalselva.
Saison: 15.05. – 31.08.
Strecken/Gerät:
Am Stordalselva wird viel mit der Fliege gefischt, einige Strecken sind zudem „fly only“ ausgelegt. Eine leichte Einhandrute reicht überall vollkommen aus. Der Fluss ist in seinem oberen Teil in 9 Zonen eingeteilt, hier bekommt man einfach Angelkarten. Für die beste Strecke im Unterlauf gibt es allerdings eine Lotterie.
Übernachtungsmöglichkeiten und Angelscheine: das Gebiet ist erstklassig mit Campinganlagen bestückt, welche auch Angelscheine anbieten. Die Tageskarten liegen zwischen 150 und 300 NOK und Hütten kosten im Schnitt 400 NOK für 4 Personen.
Anbieter: Staven Hytteutleie, Tel: 91 62 68 60, hier werden ebenfalls Karten für den Vorverkauf gehandelt. Internet: www.staven.net
Bakkan Gard, Tel: 72 53 58 32

Begründung der Bewertung
Hier kann man wirklich auf gute Fänge hoffen! Aber auch am Stordalselva wird das Angeln schwieriger, wenn Niederschläge ausbleiben. Zu solchen Zeiten sind nur die fjordnahen Strecken wirklich erfolgreich, hat man jedoch keine Angelberechtigung im Vorverkauf erworben, bleiben nur die oberen Zonen oder der See, für den es einen gesonderten Schein gibt. Fällt genug Regen, kann das Fanglimit von 5 Fischen/Tag durchaus erreicht werden.


No. 3 Die Orkla (Bezirk: Sør-Trøndelag)
Die Orkla ist in den vergangenen Jahren immer besser geworden und heute mit dem Namsen im Wettstreit um die „No. 3“ in Norwegen. Die jährlichen Fangmengen bewegen sich stetig auf 20 Tonnen zu. Der lachsführende Teil des Flusses ist 70 km lang, von Orkanger am Trondheimsfjord bis hinauf zum Tosetfossen bei Berkåk. Seit dem Jahr 2005 wurden am Trondheimsfjord etwa 80% der Netzquoten ansässiger professioneller Netzfischer aufgekauft. Auch für diesen Fluss verbessern sich hierdurch die Fangergebnisse noch einmal – allerdings sind auch die Preise gestiegen!
Saison: 1.06. – 31.08.
Fangergebnis 2005:
16.244 kg Lachse (4,9 kg), 224 kg Meerforellen (1,4 kg).
Strecken/Gerät: das Fliegenfischen mit der Zweihandrute ist an diesem Großlachsfluss eine beliebte und erfolgreiche Angelmethode. Rutenlängen zwischen 12 und 14 Fuß herrschen hierbei vor, doch natürlich gibt es auch Kollegen, die mit einer Einhandrute am Wasser erfolgreich sind. Zu Beginn der Saison werden gerne große Tubenfliegen an Intermediate Leinen gefischt, besonders erfolgreiche Fliegen sind „Sunray Shadow“ und „Silver Grey“, aber....
Zum Hochsommer sind auch an der Orkla Schwimmschnüre angesagt, und kleinere Fliegenmuster an Vorfachspitzen zwischen 0,25 und 0,30 mm bringen Fische an den Haken.
Übernachtungsmöglichkeiten und Angelscheine
Wie bereits angesprochen, gibt es einige teure Beats, die wochenweise verpachtet werden, bei Preisen zwischen 15.000 und 20.000 NOK incl. Übernachtung.
Es ist aber auch preisgünstiges Angeln inklusive Übernachtung möglich.
Anbieter: Vormstad Camping, Tel: 72 48 94 30. Hier kostet eine Tageskarte zwischen 200 und 300 NOK, eine Übernachtung liegt bei 200 – 350 NOK.
Friljøen Camping, Tel: 72 49 73 92. Zwei gute Beats werden hier angeboten für 170 und 300 NOK pro Tag. Die Hütten kosten für 4 – 7 Pers. zwischen 350 und 500 NOK/Tag.

Begründung der Bewertung
Vor allem ab Mitte Juli, wenn die Hauptaufstiege mittlerer Lachse und Grilse beginnen, sind gute Fänge keine Ausnahme. Und ist man dann mit einer Gruppe von 4 Anglern unterwegs, gestaltet sich der Angelaufenthalt durchaus in einem preislich günstigen Rahmen. Als großes Gewässer verfügt die Orkla zudem auch in trockeneren Zeiten noch über ausreichend Wasser.

No. 2 Der Bjerkreimselva (Bezirk: Rogaland)
No. 2 Der Bjerkreimselva (Bezirk: Rogaland)
Der Bjerkreimselva zählt heute zu den 5 besten Kleinlachsgewässern Norwegens. Der Fluss mündet bei Egersund in den Fjord, der lachsführende Teil des Gewässers ist ca. 40 km lang und endet beim Ort Veen.
Nach mäßigen Fangergebnissen während der 80er und 90er Jahre, wurden im Jahr 2001 sagenhafte 14.490 kg erbeutet, Platz 6 in ganz Norwegen! Diese Entwicklung ist vor allem dem Grundbesitzerverein Bjerkreimselva (GdB) zu verdanken, der u.a. in einer modernen Fischzuchtanlage reinerbige Lachse des Gewässers vermehrt. Das Durchschnittsgewicht der Kleinlachse liegt bei etwa 2,0 kg, Meerforellen kommen kaum vor.
Fangergebnis 2005: 13.728 kg Lachse (inkl. Tengselva).
Saison: 15.06. – 20.09.
Strecken/Gerät:
neben ein paar Strecken, an denen „fly only“ gilt, ist der Rest des Gewässers für gemischtes Angeln ausgelegt. Das sollte Fliegenfischer jedoch nicht stören, denn es gibt, vor allem in den höher gelegenen Zonen, vielfache Möglichkeiten mit einer Einhandrute von 9 Fuß entspannt zu fischen.
Übernachtungsmöglichkeiten und Angelscheine
Eine ausreichende Anzahl von Betreibern bietet Hütten an mit Preisen zwischen 300 und 700 NOK/Tag für 4 – 7 Personen.
Angelscheine kosten am Bjerkreimselva pro Tag 150 NOK, für Wochenkarten werden 800 NOK berechnet.

Begründung der Bewertung
Neben der Tatsache, dass dieser südnorwegische Lachsfluss schnell zu erreichen ist, sprechen natürlich die Fangzahlen eine deutliche Sprache. Mit etwas Kenntnis des Gewässers sind gute Fänge zur Hauptsaison ab Mitte Juli möglich. Die Lizenzen sind, gemessen an der Qualität des Flusses, sehr günstig.


No. 1 Der Mandalselva (Bezirk: Vest-Agder)
Der Mandalselva war in früheren Zeiten einer der bekanntesten Lachsflüsse Norwegens und in vielen Jahren in bezug auf Fangmengen die No. 1.
Mit Beginn des 20. Jahrhunderts etablierte sich die Angelfischerei, aber infolge von Überfischung im Meer gingen die Fangmengen dramatisch zurück. Mit dem Problem des sauren Regens in Südskandinavien wurde der Lachsfang im Mandalselva so gering, dass dieses Lachsgewässer fast in Vergessenheit geriet. Als an anderen Flüssen erste Erfolge durch Kalkungsprogramme zu verzeichnen waren, beschloss man auch am Mandalselva eine Vollkalkung. Ab 1997 gelangen, je nach Niederschlagsintensität, 12.000 – 15.000 Tonnen Kalk pro Jahr in den Fluss, mit Kosten von etwa 2 Millionen Euro pro Jahr. Als weitere Maßnahme wurde 1996 eine neue Brutanstalt gebaut, die mit einer Kapazität von 500.000 Jungfischen den Neuaufbau des Flusses unterstützte. Die Investitionen sollten sich bald auszahlen, denn innerhalb von nur 4 Jahren schnellten die Fangzahlen für Lachs von 931 kg in 1997 auf glänzende 10.420 kg im Jahre 2001!
Fangergebnis 2005: 9402 kg Lachse (2,1 kg), 680 kg Meerforellen (1,15 kg).
Saison: 1.06. – 15.09.
Angelmethoden:
im Unterlauf (etwa 6 km) ist der Strömungsverlauf sehr ruhig. Hier wird viel geschleppt, Boote hierzu können an vielen Stellen gemietet werden. Am Mandalselva gibt es 4 Angelzonen (48 km) und ab Zone 2 wird der Fluss lebhafter. Wurm- und Spinnangler fangen sicherlich die meisten Fische, jedoch auch Fliegenfischer sind an diesem Gewässer überaus erfolgreich! Eine Menge guter Plätze bieten beste Voraussetzungen zum Einsatz einer Einhandrute von 9 Fuß oder kurzer Zweihandruten.
Übernachtungsmöglichkeiten und Angelscheine
Angelscheine kosten am Mandalselva zwischen 50 und 200 NOK pro Tag, für Wochenkarten müssen 100 – 1000 NOK gezahlt werden. Scheine können in Sportgeschäften, Tankstellen oder auf den Campingplätzen erworben werden. Das Mandalstal ist touristisch erstklassig erschlossen und er gibt eine Vielzahl von gemütlichen Hüttenanlagen.
Anbieter: Fuglestveit Camp AS, Tel: 38 28 81 38
Valand Camping, Tel: 38 26 74 20

Begründung der Bewertung
Was will man mehr: gute Fangmöglichkeiten bei preisgünstigen Angelkarten - und der Fluss ist von Hirtshals (Dänemark) aus in knapp 4 Stunden zu erreichen. Das Mandalstal ist landschaftlich sehr reizvoll! Der Mandalselva selber bietet ursprüngliche Flusslandschaften in intakter Natur, in denen es sich mit einer Fliegenrute entspannt wandern lässt. Wie an den meisten norwegischen Flüssen, muss das mitgebrachte Angelgerät vor dem ersten Einsatz desinfiziert werden, um die Verbreitung des Lachsparasiten Gyrodactylus Salaris einzudämmen.


Nachbetrachtung
Die hier in aller Kürze behandelten Lachsflüsse können selbstverständlich nur eine Empfehlung sein, sind aber hoffentlich eine Erleichterung bei der Auswahl eines geeigneten Flusses. Dennoch wird jeder, der an einem der Gewässer einen Angelurlaub bucht, seine eigenen Erfahrungen sammeln müssen. Zu welcher Tageszeit beißen hier die Fische am besten, und wie weit wate ich an einzelnen Angelstellen in das Wasser, um eine erfolgversprechende Wurfposition zu bekommen? Fische ich meine Fliege in der richtigen Weise, oder sollte ich den erfolgreicheren Kollegen um Rat fragen? Oft sind es bekanntlich beim Angeln Kleinigkeiten, die über Erfolg oder Mißerfolg entscheiden, und ich selber lasse mir gerne einen guten Tipp geben. Glücklicherweise gibt es heute kaum Kollegen, die nicht mitteilsam sind, wenn sie freundlich gefragt werden.

Also wünsche ich viel Erfolg beim nächsten (oder ersten) Angelurlaub in Norwegen und vor allem eine erholsame Zeit am Gewässer!
Georg Rosen